Inszenieren, Reflektieren, Produzieren: Theater als Praxis szenischer Forschung 

Künstlerische Denk- und Handlungsweisen sind stets mit Erkenntnisinteressen verbunden. Sie können untersuchenden Charakter haben und sich in räumlichen oder situativen Anordnungen verwirklichen. Nicht selten sind sie darauf aus, mittels spielerischer, spekulativer oder subversiver Entwürfe Aspekte der Wirklichkeit zu entdecken und erfahrbar zu machen, die dem Alltag und den Wissenschaften gleichermaßen verborgen bleiben. Dieses sondierende und Wissen verhandelnde Potential der performativen Künste steht im Fokus der Szenischen Forschung an der Ruhr-Universität Bochum.

Der praxisorientierte Masterstudiengang Szenische Forschung wurde 2012 am Institut für Theaterwissenschaft gegründet, um dem künstlerisch-wissenschaftlichen Nachwuchs in Nordrhein-Westfalen einen Raum zu bieten. Er zeichnet sich durch eine besondere Interaktion von Theorie und Praxis aus, indem er theater- und kulturwissenschaftliche Seminare durch künstlerische, kunstbegleitende und kuratorisch ausgelegte Veranstaltungsformate ergänzt. Für die praktischen Veranstaltungen werden wechselnde Gäste eingeladen, wobei die gemeinsam mit der Kunststiftung NRW eingerichtete Christoph-Schlingensief-Gastprofessur Einladungen auch international tätiger Größen ermöglicht (zuletzt Antonia Baehr, Laurent Chétouane, Rimini Protokoll). Der Studiengang Szenische Forschung kooperiert mit Theatern und Produktionshäusern in der Region (darunter FFT Düsseldorf, PACT Zollverein, Ringlokschuppen Ruhr, Tanzhaus NRW).

Absolvent*innen der Szenischen Forschung sind für vielfältige Berufsfelder qualifiziert und arbeiten z.B. in freien Theaterkollektiven, als Regisseur*innen, Choreograph*innen, Performance- und Videokünstler*innen, als Programmgestalter*innen von Festivals, als Dramaturg*innen, Projekt- oder Produktionsleiter*innen sowie im Bereich der Wissenschaft.