»we did not fully understand the complexities of the situation we were dealing with«

von Emese Bodolay, Kama Frankl, Martina Gimplinger, Josefine Rose Habermehl, Anna-Lena Klapdor, Almut Pape, Andrea Richardz, Jascha Sommer, Ulrike Weidlich
Szenisches Projekt I mit Gastprofessor Hans-Werner Krösinger (2012)

Im ersten Semester der Szenischen Forschung beschäftigen sich die neun Studierenden des ersten Studienjahrs Szenische Forschung gemeinsam mit dem Regisseur und Gastprofessor Hans-Werner Krösinger mit dem Genozid in Ruanda und setzten sich szenisch wie installativ mit dem Text-, Bild und Videomaterial, welches mit dem Völkermord in Verbindung steht, auseinander.

imagine! catastrophe – imagine! paradise

von Burcu Uygur, Laura Brechmann, Jens Eike Krüger, Judith Pawlitta, Anja Plonka, Constantin Schädle, Franziska Seidel, Carolin Vogel, Nina Weber
Szenisches Projekt I im Rahmen der Gastprofessur 2014 mit Claudia Bosse

2014 haben die zehn Studierenden des dritten Jahrgangs Szenischer Forschung mit der Wiener Künstlerin Claudia Bosse performative Praktiken erprobt, woraus das szenische Experiment imagine! catastrophe – imagine! paradise in den KUNSTHALLEN Rottstr5 in Bochum entstand. Die 12-stündige Dauerperformance und Installation verhandelt kulturelle Vorstellungsräume von Paradies und Katastrophe und versammelt darin verschiedene Perspektiven auf deren mediale Narrative. In zyklischer Befragung der Wirklichkeitskonstruktionen versuchen die Studierenden für und mit Zuschauer*innen ihre erforschten Zwischenräume, individuellen Narrative und Bewegungen neu zu entdecken.

No place Like Home

von Martina Gimplinger
Konzept und Künstlerische Leitung: Martina Gimplinger, Dramaturgie und Assistenz: Julian Gerhard, Mit: Asli Karali, Ekaterina Lizurchik und Ibrahima Biaye
Abschlussprojekt (2014)

„In Momenten einzelner, szenischer Arbeiten habe ich mich Zuhause gefühlt: In der Bewegung eines schwarzen Theatervorhangs, der sich langsam von der Bühnenhinterwand bis nach vorne zur Rampe und wieder zurück bewegt. In einem zum Bild erstarrten Tänzer, der Beine und Arme nach oben hin von seinem Körper streckt. Die Klänge, Bilder und Bewegungen dieser Momente sind nicht unwiederbringlich verloren: Sie haben sich in mir verselbständigt und entkoppeln sich in einem Dritten, meinem eigenen, szenischen Geschehen.“ Im Rahmen des FAVORITEN Theaterfestivals 2014 zog Martina Gimplinger gemeinsam mit Tänzer*innen und Performer*innen in die Momente der Bewegung ein.

 

Jascha Sommer, 27

von Jascha Sommer
Szenisches Projekt II (2014)

Sechs Monitore, sechs Lebenswelten, sechs Selbstportraits: Im Rahmen einer Videoinstallation stellen sich sechs 27-Jährige vor und berichten von prägenden Ereignissen ihres Lebens, ihrem Alltag, ihren Träumen und Wünschen. Sechs Selbsterzählungen, sechs Biographien, sechs Filmsettings. Und doch fällt auf: Der Darsteller der Portraits bleibt stets derselbe. Jascha Sommer, 27, im Masterstudium, hat sechs ihm fremde Menschen, die das 27. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen haben, gebeten, sich an ihre Version als 27-Jähriger*m zu erinnern und dazu ein Selbstportrait zu verfassen. Ausgehend von den detaillierten Regieanweisungen seiner Biographen verfilmt Sommer die sechs Selbstporträts, jeweils mit sich als Protagonisten versetzt. In Serie rücken die von Jascha Sommer interpretierten Selbsterzählungen in den Fokus und eröffnen die Frage, was es eigentlich braucht um ein Selbst erscheinen zu lassen.

Clapping for Beginners

von Luzie Barzen, Jens Eike Krüger, Constantin Leonhard, Ulrike Weidlich, Sarah Wessels
Freies szenisches Projekt (2015)

Clapping for Beginners ist ein Spiel für zwei Regisseur*innen, zwei Performer*innen und das Publikum, welches das Bühnengeschehen permanent beeinflussen kann. Aus einem einfachen Regelprinzip entwickelt sich ein dynamisches Spiel, dessen Natur von Performer*innen und Publikum gemeinsam stetig neu erschaffen wird. Über die Spieldauer bilden sich Allianzen zwischen Zuschauer*innen und/oder Performer*innen, die im nächsten Moment wieder untergraben werden können.

Besuch Zuhause

von Andrea Kurz-Richarz
Abschlusprojekt (2015)

In Besuch Zuhause beschäftigt sich Andrea Kurz-Richarz filmisch und installativ mit der Frage nach einem Zuhause zwischen Lebensraum und Heimat, Ort und Verortung, Betrachtung und Emotion. Grundlage der Arbeit sind Videoaufnahmen des Heimatortes der Studentin, den sie ein Jahr lang jeden Sonntag zur selben Uhrzeit filmte. Das dabei entstandene Videomaterial zog dann in das aktuelle Zuhause von Andrea Kurz-Richard, ihre Privatwohnung in Köln ein, die als temporärer Ausstellungsort ihrer Videoinstallation Besucher*innen offen stand.

Trucks Tracks Ruhr

von Anna Júlia Amaral, Emel Aydogdu, Sebastian Bös, Izabela Maria Chmielewska, Luisa Hausmann, David Kilinc, Konstantin Kraft, Miriam Michel, Marcel Nascimento, Isabelle Wapnitz, Anna-Lena Werner
Szenisches Projekt I im Rahmen der Christoph-Schlingensief-Gastprofessur 2015 mit Helgard Haug und Stefan Kaegi (Rimini Protokoll)

Trucks Tracks Ruhr ist ein Projekt von Rimini Protokoll und Urbane Künste Ruhr. In einem als mobilem Zuschauer*innenraum umfunktionierten, fast komplett verglasten Lastwagen können die Zuschauer*innen neue Geschichten über die eigene Stadt erfahren. Der Jahrgang 2015 der Szenischen Forschung, bestehend aus 11 Studierenden, inszeniert und vertont dafür die Stadtlandschaft und das alltägliche Leben in Bochum und über den Stadtrand hinaus. Mit jeder Öffnung des Vorhangs hören die Zuschauer*innen neue Schichten und Geschichten und projizieren sie aus der Zuschauer*innenbox in die gerahmte Umgebung.

Systematische Besetzung oder how to cast perls before swine

von Miriam Michel
Szenisches Projekt II (2016)

In Systematische Besetzung oder How to cast perls before swine sollten innerhalb von 40 Minuten, auf der Bühne und vor Publikum, geeignete männliche Partner für das Szenisches Projekt II der Studierenden gefunden werden.

Miriam Michel mag Kollektive, aber keine Cliquen. Sie wollte früh berühmt werden und im dtv-Theaterlexikon stehen, glücklicherweise ist das heutzutage irrelevant und den Wikipedia-Eintrag hat schon jemand für sie angelegt. Miriam Michel interessiert sich für Körper, Körperbilder und Nähe. Sie glaubt, dass Geist und Körper eins sind und wenn man tot ist, ist endlich Schluss.

construction support

vom Kollektiv ZOO
Jens Eike Krüger, Anja Plonka, Constantin Schädle
Freies Projekt (2015)

construction support besteht aus mehreren zwei- bis 15-minütigen Videos, in denen Performer*innen alleine oder zu zweit ein Möbelstück an einem öffentlichen Ort in Düsseldorf zerstören. Aus der Konstellation von Körper in Bewegung, Möbelstück und Location ergibt sich ein inhaltliches Triptychon, in dem sich auch ohne die Anwesenheit narrativer Zusammenhängen politische Assoziationen ergeben.

Weiberkabinett

von Josefine Rose Habermehl
Künstlerische Leitung: Josefine Rose Habermehl, Choreografie und Performance: Pia Wagner, Produktionsleitung: Helene Ewert, Performance: Ulrike Weidlich, Julia Nitschke, Moritz Bütow
Abschlussprojekt (2015)

Konstruierte Bilder des Selbst, individuell und gesellschaftlich geprägt, werden immer wieder aufs neue zu Schönheitsidealen stilisiert. Diese Bilder laden ein zum Nacheifern, Umgestalten und Ablehnen. So entstehen immer neue Bilder, die sich mit den Altbekannten austauschen und neue Identifikationsmöglichkeiten schaffen, aus denen sich alle ihr eigenes Vorbild basteln. Ständige Selbstdisziplinierung und Überwachung von Verhalten tragen dazu bei, dem eigens erkorenen Ideal stets näher zu kommen.

wir werden rassistisch gewesen sein

von Nina Weber
Szenisches Projekt II (2016)

In der Videoinstallation wir werden rassistisch gewesen sein performt Nina Weber zwei sich grundsätzlich ausschließende Sprecher*innenpositionen zur Diskursstrategie des Critical Whiteness. Aufbauend auf eine Recherche zu Texten und Kommentaren, betreffend der Ereignisse des NoBorderCamp 2012 in Köln, auf welchem Critical Whiteness Aktivist*innen die Antirassistische Szene spalteten, verdichtet sich durch die Gegenüberstellung zweier Bildschirme ein Konflikt, durch den sich die Besucher*innen buchstäblich selbst ihren Weg erarbeiten müssen.

Bonn liegt in der ersten Etage

von EINkollektiv.
Laura Brechmann (Szenische Forschung), Tania Reinicke (Folkwang Universität der Künste, Essen), Anne Weyler (Kunsthochschule für Medien, Köln)
Freies szenisches Projekt (2016)

Die Performerin als fühlendes Ding, das Objekt als unkontrollierbarer Akteur, das fluide Bild. In Bonn liegt in der 1.Etage wird in stets neu formierenden Konstellationen nach Erinnerungsspuren  in und den Ursprüngen von Vorstellungsräumen gefragt. Dinge drücken sich hart und sanft, deutlich und verschwommen in den Körper ab und ein. Erinnerungsbilder zwingen sich auf, ziehen sich zurück, komprimieren sich. Was Ding, was Mensch, was real, was fiktiv ist, kann nur imaginiert werden. Alles was fest ist verliert sich im Taumel des Erinnerns.

||: Wir fangen nochmal an :|| - Feldstudie mit Chor

von Anna-Lena Klapdor
Szenisches Projekt II (2016)

„Ich habe die Frage nicht verstanden."„Ja dann, Dir alles Gute.“
Ein Chor aus Studierenden setzt sich mit Krisen der Kommunikation, Zuständen des Krieges und dem Wunsch nach Austausch auseinander. Sich und ihre Themen begreifen sie als Feld, das es zu studieren, zu beackern oder auch umzuwälzen gilt. Mit Hilfe von Liedern, Ritualen und Texten wird sich angenähert, wird drauf gesetzt oder drum herum getänzelt. Feldpostbriefe aus vergangenen Kriegen finden Widerhall in den vorgefertigten Statusmeldungen zeitgenössischer Messenger-Apps. Es bleibt die Gewissheit, dass weder zur Furcht noch zur Hoffnung Anlass besteht. Nur dazu, nochmal anzufangen.

Geburtsdatum

von Anna Júlia Amaral
Szenisches Projekt II (2016)

Eine Performance über Tod, Leben und Sehnsucht. Basierend auf eigenen Erinnerungen und Erfahrungen erstellt die Performerin eine Ansammlung von Bildern und Assoziationen, eine Mischung aus ihrer Geschichte und der Biografie ihrer Großmutter. Der Körper ist hier eine Anhäufung von Erlebnissen. Geburtsdatum bildet ein Amalgam aus brasilianischer Musik, Elektrotango aus Argentinien, Zukunft und Vergangenheit.

Im Orbit des Imaginären

von Anja Plonka
Freies szenisches Projekt (2015)

Mit der Performance/Installation Im Orbit des Imaginären unternimmt die Performerin Anja Plonka eine Reise zu den Schnittstellen von Körper und Bild. Ausgehend von der Frage, wie man aus paradiesischen Erzählungen und deren Imaginationen heraus und hin zu eigenen Bewegungen und Haltungen gelangen kann, untersucht Anja Plonka verschiedene Methoden, um durch die Bilder hindurch in den Orbit des Imaginären einzusteigen und durch die eigene Bewegung wieder aus der Bahn geschleudert zu werden.