Von Februar 2018 bis Juli 2019 Feodor-Lynen Stipendiatin (Humboldt-Stiftung) am German Department der UC Berkeley

Email:marita.tatari@gmail.com

Vita

Studium der Gräzistik in Griechenland, Postgraduate und Promotion in Philosophie mit einer Arbeit über Heidegger bei Jean-Luc Nancy in Strasbourg (2005), Habilitation im Fach Theaterwissenschaft an der Ruhr Universität Bochum (2017). Am selben Institut hatte sie 2011-2014 eine DFG-eigene Forschungsstelle und anschließend das Gender-Postdoc-Stipendium der Fakultät für Philologie der RUB. 2016 vertrat sie das erste Gender Fellowship Philosophische Ästhetik am Seminar für Philosophie der Universität Basel. Von Februar 2018 bis Juli 2019 forscht sie mit einem Feodor-Lynen-Stipendium für erfahrene WissenschaftlerInnen (Humboldt-Stiftung) am German Department der UC Berkeley.

Forschungsschwerpunkte

In ihrer Habilitation „Kunstwerk als Handlung – Transformationen von Ausstellung und Teilnahme“ (Fink 2017) setzte sie sich mit der Überwindungs- und Fortschrittslogik auseinander, die die Performance-Forschung prägt, brachte die heutigen technologischen Bedingungen mit einer Transformation der neuzeitlichen Ordnung der Zwecke in Zusammenhang und machte epistemologisch eine nicht-fortschrittliche Geschichtsschreibung für die Betrachtung der Entwicklung und die Analyse der Theater- und Kunstformen fruchtbar.  Ausgehend von Hegels Ästhetik zeigte sie, dass in der Ästhetik der Moderne eine vor- oder a-moderne Dimension auf gewisse Weise fortlebt und argumentierte, dass diese Dimension heute an Aktualität gewinnt (https://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-6158-2.html).

Die These einer gegenwärtigen Transformation der Ordnung der Zwecke diskutierte sie mit Laurent Chétouane, Ulrike Haß, Erich Hörl, Jean-Luc Nancy, Joseph Vogl, Nikolaus Müller-Schöll in Orte des Unermesslichen – Theater nach der Geschichtsteleologie (diaphanes 2014, (https://www.diaphanes.net/buch/detail/2521)

Seit ihrer Habilitation forscht sie weiter an der Versetzung vormoderner Topoi in den neuen epistemologischen Raum der sinnlichen und ästhetischen Erfahrung und konzentriert sich auf den Begriff der „Realität“ der Kunst bis zur heutigen Performance Art.

Veröffentlichungen

Monografien

Kunstwerk als Handlung – Transformationen von Ausstellung und Teilnahme, Fink, Paderborn 2017

Heidegger et Rilke – Interprétation et partage de la poésie, L’Harmattan, Ouverture Philosophique, Série esthétique, Paris 2013

Sammelbände

Orte des Unermesslichen – Theater nach der Geschichtsteleologie (Hrsg.) diaphanes, Berlin/Zürich 2014

Beiträge in Zeitschriften und Büchern/Sammelbänden:

„Was ist Theater im dramatischen Theater?“, in: M. Cairo, M. Hannemann, U. Haß, J. Schäfer (Hg.): Episteme des Theaters, transcript, Bielefeld 2016, 101-112

„Handlung als Rhythmus in der antiken Tragödie“, in: J. Etzold, M. Hannemann (Hrsg.), rhythmos. Formen des Unbeständigen nach Hölderlin, Fink, Paderborn 2016, 107-124

„Doppeltes Echo auf Laurent Chétouanes Erdbeben in Chili“ (zusammen mit Ulrike Haß), in: V. Darian, M. Braun, J. Bindernagel, M. Kocur (Hrsg.), Die Praxis der/des Echo – Zum Theater des Widerhalls, Peter Lang, Frankfurt am Main 2015, 25-36

„Ein Tanzfeld, aus dem Theater heraus. Zu Laurent Chétouanes Tanzarbeiten“, in: N. Müller-Schöll, L. Otto (Hrsg.), Unterm Blick des Fremden, transcript, Bielefeld 2015, 197-211

„Bühne des Dramas. Primäre Exposition und Raum ästhetischer Erfahrung“, in: O. Eke, U. Haß, I. Kaldrack (Hrsg.), Bühne: Raumbildende Prozesse im Theater, Fink, Paderborn 2014, 85-96

„Vom Entspringen des Raums vor dem Wort. Marita Tatari im Gespräch mit Claudia Bosse“, in: Bühne: Raumbildende Prozesse im Theater, ebd., 47-62

„Das Studium der Katastrophe“, Insert Tanzquartier Wien, Scores 6/14, in: Theater der Zeit, Juni 2014, 1-2

„Wirken der Wahrheit des Seins: Die Interpretation der Dichtung in Heideggers Rilke-Lektüre“, in: A. Denker und H. Zaborowski (Hrsg.), Heidegger und die Dichtung, Heidegger – Jahrbuch 8, Karl Alber, München 2014, 152-159

„Le drame révolu et le drame de la présence“, in: Théâtrepublic N°206, Paris, 2012, 26-29

„Von der ontologischen Differenz zum Theater“, in: N. Müller-Schöll, A. Schallenberg, M. Zimmermann (Hrsg.), Performing Politics. Politisch Kunst machen nach dem 20. Jahrhundert, Theater der Zeit, Berlin 2012, 172-175

„Ist Rancières ästhetische »Neuaufteilung des Sinnlichen« politisch? Autonomieästhetik im Realitätstheater Rimini Protokolls“, in: D. Kammerer (Hrsg.), Formationen des Öffentlichen in ästhetischen und künstlerischen Praktiken, transcript, Bielefeld 2012, 181-195

„Das Drama wieder. Eine begriffliche Untersuchung“, in: A. Pelka, S. Tigges (Hrsg.), Das Drama nach dem Drama – Verwandlungen dramatischer Formen in Deutschland seit 1945, transcript, Bielefeld 2011, 385-396

„Herméneia de l’être et dialogue – Esquisse d’une herméneutique heideggérienne“, in: Revue Philosophique de Louvain, vol. 108, n.1/2010, 113-138 (peer reviewed)

„L’extime du drame“, dossier Lacoue-Labarthe. In: Europe n°973, Paris, Mai 2010, 105-112 (peer reviewed)

„Die Doppelbindung ästhetischer Erfahrung als dran“, in: Internationales Jahrbuch für Hermeneutik, Tübingen 2009, 267-288 (peer reviewed)

„Draaman ekstiimi“. In: Mikä mimesis?, Episteme, Helsinki 2009, 120-131.

„Ο προορισμός της τέχνης ως διάλογος – Περί της δυνατότητας μιας ερμηνευτικής στη βάση του χαϊντεγκεριανού »συνείναι«“ [Die Bestimmung der Kunst als Gespräch. Über die Möglichkeit einer Hermeneutik auf der Grundlage des heideggerschen „Mitseins“]. In: Υπόμνημα στη φιλοσοφία, Bd. 6, Athen, 2007, 209-230 (peer reviewed)

„Προς τί οι ποιητές;“ [Wozu Dichter?]. In: Ποίηση, Nr. 24, Αthen, 2004, 71-85